„Ein tiefes Vergessen liegt auch über ihren Gräbern“ von Rebekka Jost

Ich habe gerade die Lektüre von „Ein tiefes Vergessen liegt auch über ihren Gräbern“ von Rebekka Jost beendet und bin hellauf begeistert. Dieses Glanzstück aktueller Zeitgeschichte gehört zum Besten, was ich in der letzten Zeit gelesen habe und verdient ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch als Schullektüre in ganz Europa eingeführt wird, so toll ist der Schreibstil und die Art, mit der es die Autorin versteht die Geschehnisse vor und nach dem 1. Weltkrieg mit den Entwicklungen und Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise zu verbinden. Ein großartiges Werk.

„Ein tiefes Vergessen liegt auch über ihren Gräbern“ von Rebekka Jost ist eine unglaublich beeindruckende Reflektion der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten 150 Jahre. Dabei versteht es die Autorin auf imposante Weise die aktuellen Geschehnisse seit Beginn der Corona-Krise mit den Verwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts zu verweben.

Eingebettet ist dieses großartige Gesellschaftsportrait in eine spannende und berührende Geschichte um die Familie von Elsa und Eduard Hoffmann sowie dessen Bruder Ernst, der als Vordenker seiner Zeit die historischen Entwicklungen rund um den ersten Weltkrieg festhält. Elsas und Eduards jüngste Tochter Aurelia dient dem Leser dabei sowohl als Anker und Identifikationsfigur für das Hier und Jetzt – denn durch ihre Augen erleben wir den Ausbruch der Corona-Pandemie – als auch als Reiseführer zu ihren Verwandten in die Vergangenheit.

Die historischen Ereignisse sind hervorragend recherchiert – allein 20 Seiten Quellenangaben hat die Autorin ihrem Roman beigefügt –  und dabei gleichermaßen aufschlussreich wie erschreckend. Erschreckend deswegen, weil die Parallelen, die Rebekka Jost zwischen unserer heutigen Zeit und der Ära vor und nach dem ersten Weltkrieg zieht, dem Leser einmal mehr vor Augen führen, wie wichtig wahrheitsgetreue und vielseitige Berichterstattung ist, die die Meinungspluralität in einer Demokratie abbildet. Denn spätestens nach der Lektüre von „Ein tiefes Vergessen liegt auch über ihren Gräbern“ wird klar, dass die Vergangenheit vor allem eins gezeigt hat: Die Mehrheit hat selten recht und wenn es um politische Entscheidungen geht, irrt sie sogar regelmäßig katastrophal.

Unbedingte Leseempfehlung für alle Mutigen da draußen, denn diese Geschichte kann deine Sicht auf die Welt verändern.

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